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Tagebuchauszug eines Teilnehmers der Begegnung 2001 auf Biak

Nun ist schon unser vorletzter Tag auf Biak. Die Zeit verging die letzten Tage wie im Flug: Am Dienstag haben wir einen "Malam Jerman" gefeiert, das heisst, wir haben ein deutsches Fest organisiert. Das war ziemlich viel Arbeit. Wir haben Kartoffel-Möhren-Eintopf, Bratkartoffeln (Kartoffeln gibt es hier reichlich und in verschiedenen Variationen), Obst- und Rohkostsalat für 50 Personen zubereitet. Nebenbei haben wir ein altdeutsches Märchen (Der Fischer und seine Frau) als Theaterstück einstudiert. Zusätzlich haben wir ein Lied (Mein kleiner grüner Kaktus) und ein paar Spiele vorbereitet (Reise nach Jerusalem). Schwer zu sagen, wie der Abend ankam. Z. B. können wir uns nicht vorstellen, dass Kartoffelsuppe gemischt mit Obstsalat besonders gut geschmeckt haben kann.(Wir hatten vergessen, ihnen zu sagen, dass sie nicht alles durcheinandermischen sollen).

Auch beim Abspielen unserer Musik gab es einige Irritationen, die Leute wollten unbedingt Paartanz oder traditionellen Yosban tanzen und nicht einfach abhotten wie wir.

Vielleicht haben wir auch Menschen verwirrt, da es keine einzige Rede gab an diesem Abend (inkl. keiner etwa fünfminütigen Einleitung, jedes Redners, der alle begüssen muss und sich tausendmal für die Redezeit bedankt und entschuldigt...). Unsere Spiele kamen gut an, besonders die Reise nach Jerusalem gefiel Erwachsenen und Kindern. Letztere waren sowieso ziemlich heldenhaft, waren die einzigen die immer dabei waren und haben sogar Berge von Abwasch für uns erledigt. Von YAPIKBI (unserer Partnerorganisation) waren nicht alle da - am nächsten morgen gab es den Empfang beim Vize-Bürgermeister mit der Übergabe des Briefes von Herrn Schmalstieg, dem Oberbürgermeister aus Hannover. Dieser Empfang war ihnen wichtig, sie hoffen einfach auf finanzielle Unterstützung.

Wir wurden für diese Zeremonie dann auch als traditionelle PapuatänzerInnen auststaffiert, mit Federkronen, Brustgurt, Baströck-chen (!), Muschelketten, etc. ... . Wartet auf die Fotos!

Oder den Zeitungsartikel der kurze Zeit später samt Foto erschien. Wir hatten etwas gemischte Gefühle in die Kostüme gesteckt zu werden, da wir ja gar keine Papua sind. Ausserdem wären wir gerne gefragt worden ... . Die Zeremonie war dann aber gut, der Vize ist sympatisch und lädt uns wahrscheinlich noch zum Essen ein. An den letzten beiden Tagen waren wir auf den Padaido Inseln, die östlich vor Biak liegen (etwa drei Stunden per Motorkanu). Diese sind typische Paradiesinseln mit weissem Sandstrand, wunderschönen Korallen zum Schnorcheln, bunten Fischen, roten Papageien, Baum-Orchideen. Selbst Flughunde hätten wir beinahe gesehen. Dafür sahen wir fliegende Fische zuhauf und einige Delphine und Thunfische.